
Ein Tag im Finanzzentrum mit Varditer Heibel: Wo Finanzen auf journalistische Leidenschaft treffen
Unsere Teilnehmerin, Varditer Heibel hat ihren Besuch des Seminars „Junge Journalistinnen und Finanzen“ in einem Blogbeitrag für euch beschrieben:
Frankfurt am Main: 03.06.26. Der Tag begann, wie viele Tage im Leben einer berufstätigen Mutter beginnen: regnerisch, hektisch und minutiös durchgetaktet. Zwischen dem morgendlichen Schulweg des Sohnes und der Autobahn nach Frankfurt lag nur ein Wimpernschlag. Doch als ich die strengen Sicherheitskontrollen der Deutschen Börse hinter mir ließ und mein Namensschild entgegennahm, wich das Chaos einer vertrauten Faszination. Nach 12 Jahren Berufspause war ich zurück in der Welt, die meine Identität bestimmt: dem Journalismus.
Live vom Parkett: Wo Kurse Geschichten schreiben
Die Atmosphäre auf dem historischen Parkett der Frankfurter Börse ist einzigartig. Menschen eilen geschäftig umher, Bildschirme flackern, und das leise Surren des globalen Kapitalismus liegt in der Luft. Unser Rundgang führte uns direkt in das Herz der Berichterstattung: das Studio der ARD-Finanzredaktion. Hier, wo täglich live über Kursgewinne und Marktschwankungen berichtet wird, erlebten wir Journalismus in seiner dynamischsten Form. Ein besonderes Highlight war das Gespräch mit dem ARD-Börsenmoderator Herrn Klaus-Rainer Jackisch. Trotz des straffen Sendeplans nahm er sich Zeit für unsere Fragen und betonte, wie wichtig junger, engagierter Nachwuchs im Finanzjournalismus ist. Ein Moment, der mich tief berührte und bestätigte: Fachwissen im Finanzbereich ist gefragter denn ja.
Wissen vermitteln: Vom Tagesgeld zur Aktie
Unsere Begleiterin Edda Vogt führte uns tiefer in die Geschichte und die strategische Bedeutung des Finanzplatzes Frankfurt ein. Besonders spannend war der fachliche Austausch über die Kernmechanismen des Marktes – vom klassischen Tagesgeldkonto bis hin zu komplexen Wertpapieren und Aktien. Als ehemalige Trainerin für Qualitätsmanagement in der Bankkundenbetreuung weiß ich, wie entscheidend es ist, diese komplexen Themen verständlich und nahbar zu übersetzen. Genau hier liegt die Brücke zwischen meinem alten Beruf und meiner journalistischen Zukunft.
Ein Blick auf den Boden der Börse verdeutlichte das Marktgeschehen visuell: Eine digitale Anzeige signalisierte in leuchtendem Rot und Grün, welche Unternehmen und Banken im Minutentakt Schwankungen kämpften. Es ist das pulsiernde Herz der Wirtschaft, eingefangen in zwei Farben.
Journalismus ist keine Arbeit, sondern Identität
Nach einem abschließenden Gruppenfoto und tiefgehenden Gesprächen mit Kollegen bei einem Kaffee wurde mir klar: Die Offenheit, die unstillbare Neugier und der Austausch mit Gleichgesinnten haben mir ein Stück Lebensfreude zurückgegeben. Der anschließende Seminartag und die Treffen mit gestandenen Finanzjournalisten waren kein Pflichtprogramm, sondern ein Heimkommen.
Der Wiedereinstieg nach einer Dekade ist eine Herausforderung, doch die Kombination aus tiefem Banken-Know-how und journalistischem Handwerk ist selten und wertvoll. Dieser regnerische Tag in Frankfurt war der Startschuss für mein nächstes Kapitel. Ich bin bereit, die Finanzwelt wieder in Worte zu fassen.
Varditer Heibel